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am 30. August

Werner Boote beim Wanderkino in Perch­tolds­dorf

Sonja Reiselhuber-Schmölzer, Christian Apl - Am Samstag, den 4.8. fand in der bis auf den letzten Platz besetzten Arena beim Perchtoldsdorfer Kulturzentrum das Grüne Wanderkino statt.

Mit dem Film „The Green Lie“ erhielten rund 450 BesucherInnen bei hochsommerlichen Temperaturen Einblicke, mit welchen Methoden sich Konzerne ein grünes Öko-Mäntelchen umhängen bzw. greenwashing betreiben und wie man dies bewerten kann.

Angeblich kann man mit nachhaltigen Kaufentscheidungen die Welt retten. Ist an dieser Aussage was dran oder ist das alles nur Öko-Schmäh? Dieser Frage gehen Werner Boote und Kathrin Hartmann in dem Film auf den Grund.

Am Beispiel von Palmöl wird anschaulich dargestellt, wie greenwashing betrieben wird. Kathrin Hartmann meint zu diesem Thema: „Es gibt kein nachhaltiges Palmöl, weil überall wo jetzt Palmöl wächst, war früher Regenwald.“

Im Anschluss an den Film fand eine angeregte Diskussion mit dem Regisseur Werner Boote statt. Er berichtete von seinen Erlebnissen während der Dreharbeiten und plauderte aus dem Nähkästchen des Filmemachers.

Der Film zeigt in beeindruckender Art und Weise, dass nicht jede als umweltfreundlich und nachhaltig präsentierte Maßnahme auch tatsächlich nachhaltig ist. Ein kritisches Hinterfragen macht Sinn und oftmals sind die Dinge auch durchaus komplex, sodass ein intensiveres Befassen mit der Materie erforderlich ist.


Foto: Stimmungsbild, rechts oben: Organisatorin GRin Sonja Reiselhuber-Schmölzer freut sich über den großen Publikumsandrang.

Reaktionen zum Filmabend

Wir bekamen sehr viel positives Feedback und Glückwünsche zu der gelungenen Veranstaltung - vielen Dank dafür!

Es wäre natürlich keine Grüne Veranstaltung, wenn nicht auch Kritik geäußert worden wäre, auf die wir hier gerne zur allgemeinen Klarstellung eingehen wollen.

Ein Kritikpunkt betraf die Verwendung von "Plastikbechern", noch dazu bei einem Werner Boote-Film, dem Schöpfer von Plastic Planet. Wir haben die Problematik seit langem in Diskussion und sind seit einigen Jahren bei einer Lösung mit kompostierbaren Bechern angelangt, denen mensch nur leider nicht gleich ansieht, dass sie kompostierbar sind. Uns ist auch klar, dass das noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann und streben für die nächsten Jahre eine Lösung an, die keinen Abfall, auch keinen kompostierbaren, produziert.

Bei manchen ZuschauerInnen löste darüber hinaus noch geradezu Empörung aus, dass am Weltladen-Stand auch Produkte mit Palmöl angeboten wurden. Noch dazu bei diesem Film, dessen eine Hauptaussage ja ist, dass es kein nachhaltiges Palmöl gebe. Wir haben dazu eine Stellungnahme von EZA Fairer Handel GmbH eingeholt, die unter anderem die Weltläden beliefert, die wir hier gerne wiedergeben:​

Die EZA Fairer Handel (Begründerin des Fairen Handels in Österreich) führt (wenige) Produkte die Bio-Palmöl enthalten in Ihrem Sortiment und beliefert damit auch die österreichischen Weltläden.

​​​Das tun wir ganz bewusst und wir haben auch nicht vor das zu ändern.

​​Warum wir sicher sind, damit weder der Umwelt einen Schaden zuzufügen noch am Palmölwahnsinn der industriellen Landwirtschaft mit zu machen, sondern im Gegensatz dazu, kleinbäuerliche Organisationsstrukturen und die dahinter stehenden Menschen unterstützen, achtsam mit deren Lebensumwelt umgehen, haben wir in einer Stellungnahme zum Film „The Green Lie“ dargestellt.

​​​​Sie finden Sie hier.​​​

​​Eine Partnerbeschreibung von Serendipalm, dem Projektpartner in Ghana von dem wir das Bio-Palmöl beziehen, finden sie hier: www.eza.cc/serendipalm

​​
Den Film „The Green Lie“ begrüßen wir. Er zeigt, in sehr zugänglicher Weise (wie alle Filme von Herrn Boote), welch negative Auswirkungen industrielle Landwirtschaft, eine Wirtschaft basierend auf Konzerninteressen und Strukturen und unser eigener Umgang damit, auf unserem Planeten anrichtet.

​​Wichtiger noch: er zeigt auch klar auf, dass privates Engagement dagegen alleine zu wenig ist und es Druck auf politische EntscheidungsträgerInnen geben muss, damit diese die notwendigen, gesetzlichen Rahmenbestimmungen für eine bessere Welt schaffen.

​​Als die EZA 1975 den fairen Handel in Österreich begründete, ging es uns nicht allein darum, fair gehandelte Produkte zu vertreiben sondern um genau diesen politischen Ansatz.

​​Insofern deckt sich die (unserer Meinung nach) Hauptaussage des Films mit unseren Visionen.

​​Ich hoffe mit diesen Informationen dazu beizutragen, dass Sie auch in Zukunft gerne zu fairen Produkten aus unserem Haus greifen."