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GF GR FüR NACHHALTIGKEIT UND MOBILITäT
08.06.2011 11:45
Schwedenstift: Das kann noch nicht das letzte Wort gewesen sein
Nachdem die Diskussion um einen neuen Standort für das Schwedenstift am Perchtoldsdorfer Tirolerhof völlig eskaliert ist und Hofrat Dr. Otto Huber, der zuständige Gruppenleiter der niederösterreichischen Landespflegeheime entnervt und desillusioniert resigniert hat (“Ich nehme zur Kenntnis, dass der Egoismus größer ist, als das Gemeinschaftsgefühl”), starteten wir mit folgendem Schreiben einen neuen Anlauf.
Sehr geehrter Herr Dr. Huber,
ich war leider vorige Woche außer Landes und konnte bei der BürgerInnenversammlung am 1. Juni im Perchtoldsdorfer Kultur- und Bildungszentrum, wo es um den möglichen neuen Standort für das Schwedenstift am Tirolerhof gegangen ist, nicht dabei sein. Umso bestürzter bin ich darüber, was sich da zugetragen hat, und würde mich liebend gerne für den unkooperativen Auftritt so mancher meiner MitperchtoldsdorferInnen entschuldigen, stünde mir das zu. Ich bin auch davon überzeugt, dass es in Perchtoldsdorf sehr viele Menschen guten Willens gibt, die hier ähnlich empfinden und sich jetzt gerne noch stärker engagieren würden, damit das Schwedenstift in Perchtoldsdorf bleiben kann. Nicht zuletzt auch deshalb, um den entstandenen Imageschaden wieder zu reparieren.
Dennoch halte ich den jetzigen Standort mitten am "Lernort" Leonhardiberg, in umittelbarer Nähe des Schulzentrums Roseggergasse für optimal jedenfalls in Hinblick auf die nötige gesellschaftliche Integration, auch um den in unserer Gesellschaft leider viel zu mächtigen Entsolidarisierungstendenzen entgegen zu wirken. Ich bin selbst dort zur Schule gegangen und hatte damit Gelegenheit, die Grundlagen für einen angstfreien und menschenwürdigen Umgang mit Behinderung zu entwickeln. Allein schon diesen pädagogischen Effekt halte ich für ausgesprochen wertvoll und bin heute sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und mit mir vermutlich Tausende andere, die ebenfalls dort zur Schule gingen.
Schließlich bin ich der Meinung, dass in einer der reichsten Gesellschaften Österreichs der richtige Platz für die Hilfsbedürftigen der Hilfsbedürftigen genau in ihrer Mitte liegt und schon das wäre ein Zeichen der Entsolidarisierung und eine weitere Beförderung von Egoismus und Desintegration, wenn dieser Platz an den Rand verlegt wird.
Aus dieser Perspektive kann die Lösung nur sein, dass der jetzige Standort erhalten und entsprechend zeitgemäß adaptiert wird, was die Betreuungsqualität betrifft, und dass ein zweiter Standort errichtet wird, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist.
Ich bin davon überzeugt, dass eine derartige Einrichtung einfach für alle Beteiligten menschlich überschaubar bleiben muss und damit das Effizienzkriterium hinsichtlich Verwaltungsaufwand eine nur nachgeordnete Rolle spielen kann. Und ich bin ebenso davon überzeugt, dass das sehr viele Menschen in Niederösterreich ähnlich sehen und sich der nötige politische Wille, um dieses Konzept auch ausreichend finanziell zu dotieren, vergleichsweise mit Leichtigkeit darstellen lässt. Ich denke, wir können hier auch mit der überaus großen Hilfsbereitschaft der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher rechnen und die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, um den notwendigerweise zu führenden Diskurs bzgl. gesellschaftlichen Integration von Behinderung, zu befördern.
Ich bitte, die vorgebrachten Argumente im weiteren Entscheidungsprozess zu berücksichtigen, stehe für Rückfragen gerne auch unter 0664/ 79 86 852 zur Verfügung und verbleibe
mit vorzüglicher Hochachtung
Christian Apl
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gf GR Christian Apl
0664/ 79 86 852
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Wienergasse 114-116/1/3
2380 Perchtoldsdorf
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